Sonderkostformen erhalten Gesundheit und Selbständigkeit
Mit zunehmendem Alter werden die Anforderungen an die richtige Ernährung immer komplexer. Der alternde Körper benötigt nicht nur eine höhere Menge an lebenswichtigen Nährstoffen, sondern ist oft auch von funktionellen Beeinträchtigungen verschiedenster Art betroffen. Im Haus Tabea reagiert das Küchenteam mit Sonderkostformen gezielt auf solche Beschwerden und stellt jederzeit eine gesunde Ernährung sicher.
Das Ess- und Trinkverhalten ändert sich im Alter aus verschiedenen Gründen. Das beginnt oft schleichend, wenn aufgrund körperlicher Gebrechen, sozialem Rückzug oder finanzieller Engpässe Einkaufen und Kochen schwieriger werden. Eine Alterseinrichtung wie das Haus Tabea gewährleistet natürlich jederzeit den Zugang zu gesunder Ernährung. Zudem steht hier ausgebildetes Fachpersonal zur Verfügung, das die Bewohnenden mit gezielten Massnahmen unterstützt, wenn zunehmende Pflegebedürftigkeit die Nahrungsaufnahme erschwert.
Körperliche und mentale Faktoren
Aktuelle Forschungen zeigen, dass über die Hälfte aller Menschen im fortgeschrittenen Alter von Kau- und Schluckstörungen betroffen sind. Dazu können weitere körperliche Beschwerden kommen wie motorische Einschränkungen an Händen und Armen, Mundtrockenheit, nachlassender Geschmacks- und Geruchssinn und verminderte Sehkraft. Auch mentale Faktoren wie Depressionen oder dementielle Entwicklungen wirken sich auf die Nahrungsaufnahme aus. Trotzdem ist selbständiges Essen auch für betagte Menschen essentiell und soll wenn immer möglich gefördert werden. Eigenständige Nahrungsaufnahme schenkt ein Gefühl von Kontrolle und trägt damit entscheidend zur Lebenszufriedenheit bei, auch wenn sonst die Kräfte schwinden und die Selbständigkeit zunehmend verloren geht.
Zerkleinerte Speisen für eine leichtere Nahrungsaufnahme
Um die selbständige Nahrungsaufnahme möglichst lange zu erhalten, wird die Konsistenz der Speisen verändert. Bewohnende, die ihre Speisen nicht mehr selbst schneiden können oder unter leichten Kaustörungen leiden, bekommen vorgeschnittene Kost. Die Speisen werden bereits in unserer Küche in mundgerechte Stücke zerkleinert. Bei schwerwiegenden Kau- und Schluckstörungen – im Fachjargon Dysphagie genannt – werden die Speisen püriert, je nach von breiig bis dünnflüssig. Auch nach operativen Eingriffen im Verdauungsapparat kann es nötig sein, dass Patienten eine Zeit lang auf pürierte Kost ausweichen müssen. Menschen, die an einem sehr hohen Grad der Dysphagie leiden, bekommen Schaumkost, die in einem speziellen Verfahren produziert und in Rahmbläserflaschen bereitgestellt wird. Sämtliche Kostformen der verschiedenen Dysphagie-Stufen stellt das Küchenteam im Haus Tabea selbst her, damit die Speisen jederzeit unseren hohen Standards in Sachen Qualität und Frische entsprechen.
Fingerfood und Süsses gegen Mangelernährung
Auch mentale Faktoren wie depressive Verstimmungen oder dementielle Entwicklungen können das Ess- und Trinkverhalten beeinflussen. Während Menschen, die von einer Demenzerkrankung betroffen sind, manchmal schlichtweg vergessen zu essen und zu trinken, empfinden Personen in einer depressiven Phase einfach keine Lust dazu. Beide Umstände können rasch zu Mangelernährung führen. Im Haus Tabea wird in solchen Fällen noch mehr als sonst auf die persönlichen Vorlieben und Abneigungen der Bewohnenden eingegangen. Denn Speisen und Getränke, die man mag, werden eher konsumiert. So werden zum Beispiel bevorzugte Süssspeisen in den täglichen Speiseplan integriert und mit Kalorien und Nährstoffen angereichert. Zudem können Früchte zur Deckung der Flüssigkeitszufuhr beitragen. Bei dementiellen Entwicklungen ist das Festhalten an starren Essenszeiten kontraproduktiv. Deshalb stehen in der entsprechenden Bewohneretage im Haus Tabea Tag und Nacht reichlich Zwischenmahlzeiten zur Verfügung, z.B. in Form von Obst, Früchten, Quarks und Joghurts. Hilfreich ist auch, wenn solche Zwischenmahlzeiten als Fingerfood gereicht werden. Bewohnende, die unruhig sind, können sich so während dem Umhergehen bedienen oder das Pflegepersonal kann es ihnen in die Hand geben.
Individuelle Beratung bei Allergien und Intoleranzen
Neben den erwähnten körperlichen und mentalen Faktoren gibt es natürlich auch verschiedenste Formen von Unverträglichkeiten, die den persönlichen Speiseplan alternder Menschen mitbestimmen. Das Haus Tabea beschäftigt im Küchenteam eine Fachperson, die mit betroffenen Bewohnenden eine Ernährungsberatung vornimmt und deren Menüplan entsprechend anpasst. Verschiedenste Kostformen wie salzarme, glutenfreie oder laktosefreie Nahrung ermöglichen Genuss und Ausgewogenheit trotz Unverträglichkeiten. Denn bei allen Sonderkostformen soll nicht der «Verzicht» im Vordergrund stehen, sondern die auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene, gesunde Ernährung.