Biografiearbeit im Ernährungsbereich
Dank der Biografiearbeit kennt das Küchenteam im Haus Tabea die persönlichen Ess- und Trinkgewohnheiten der Bewohnenden und kann besser darauf reagieren.
Tee oder Kaffee zum Frühstück? Fleischliebhaber oder Vegetarierin? Abends lieber Süsses oder Salziges? Was wir essen und trinken, ist den meisten von uns nicht egal. Unsere Vorlieben werden oft schon in der Kindheit geprägt und begleiten uns ein Leben lang. Krankheit oder körperliche Beschwerden können aber gerade älteren Menschen Einschränkungen aufzwingen. Die Ernährungsberatung im Haus Tabea kümmert sich darum, dass niemand gänzlich auf seine Ess- und Trinkgewohnheiten verzichten muss. Die Biografiearbeit hilft dabei.
Ausloten, was möglich ist
Wer nach einem Spitalaufenthalt ins Haus Tabea zurückkehrt oder neu bei uns eintritt, bringt oft eine ärztliche Verordnung zur Ernährung mit. Nach Operationen im Magen-Darm-Trakt wird z.B. Schonkost verschrieben, andere Patienten brauchen eine Zeit lang Speisen in zerkleinerter Form oder vielleicht salzarme Ernährung. (Mehr zu Sonderkostformen erfahren Sie hier). In einem persönlichen Gespräch lotet unsere Diätköchin dann gemeinsam mit den Bewohnenden aus, wie die medizinischen Vorgaben eingehalten und trotzdem Genuss geboten werden kann. Je genauer jemand Einblick gibt in seine Ess- und Trinkgewohnheiten, desto individueller kann unser Küchenteam auf die persönlichen Vorlieben eingehen. Dabei geht’s nicht in erster Linie ums Lieblingsessen, sondern um Dinge wie Portionengrössen, den Wunsch nach Zwischenmahlzeiten, Allergien oder Vorgaben aufgrund der Religionszugehörigkeit. Das alles wird in der sogenannten Ess- und Genussbiografie schriftlich festgehalten.
Mangelernährung verhindern
Eine weitere Aufgabe der Ernährungsberatung ist die Vorbeugung von Mangelernährung, die aus vielerlei Gründen auftreten kann. Bei Menschen mit Demenz oder depressiven Verstimmungen fehlt oft die Lust zum Essen. Andere Personen haben sich ungesunde Verhaltensweisen angewöhnt und trinken zum Beispiel zu wenig. Auch in diesen Fällen hilft die Biografiearbeit weiter. Denn dann ist es wichtig, noch mehr als sonst auf die persönlichen Vorlieben und Abneigungen der Bewohnenden einzugehen. Warum? Weil Speisen und Getränke, die man mag, eher konsumiert werden.
Aufmerksam beobachten
Die detaillierteste Ess- und Genussbiografie ist wenig wert, wenn sie nicht «lebendig» ist, d.h. kontinuierlich aktualisiert wird. Denn mit zunehmendem Alter können sich persönliche Vorlieben auch ändern (Mehr dazu lesen Sie hier). Aufmerksame Pflegefachkräfte sowie Beobachtungen von Angehörigen sind deshalb essentiell, damit eine Ess- und Genussbiografie aussagekräftig bleibt.